Was ist ein verschränkter Reim?

Der verschränkte Reim ist ein Reimschema, bei dem die Reime dem Muster ‚a-b-c-a-b-c‘ entsprechen.

Er ist recht selten, findet sich jedoch häufiger in den beiden letzten Strophen von Sonetten, z. B. in „Natur und Kunst“ (1800) von Goethe:

So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen: (a)
Vergebens werden ungebundne Geister (b)
Nach der Vollendung reiner Höhe streben. (c)
Wer Großes will, muß sich zusammen raffen; (a)
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, (b)
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben. (c)

 
Wenn du dich mit dem Thema Gedichtanalyse beschäftigst, könnten dich auch diese Reimschemas interessieren:

Auf unserem Blog erfährst du außerdem, was man unter einem ‚Binnenreim‘ und einem ‚unreinem Reim‘ versteht.

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Was ist ein Kettenreim?

Der Kettenreim ist ein Reimschema, bei dem die Reime einem der folgenden Muster entsprechen:

  • a-b-a-b-c-b
  • a-b-a-c-b-c

Hier sind die ersten beiden Strophen des Gedichts „Terzinen über Vergänglichkeit I“ (1894) von Hugo von Hoffmannsthal, die als Reimschema einen Kettenreim (a-b-a-c-b-c) haben:

Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen: (a)
Wie kann das sein, daß diese nahen Tage (b)
Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen? (a)
Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, (c)
Und viel zu grauenvoll, als daß man klage: (b)
Daß alles gleitet und vorüberrinnt … (c)

Wenn du dich gerade mit dem Thema Gedichtanalyse beschäftigst, könnten dich auch diese Reimschemas interessieren:

Auf unserem Blog erfährst du außerdem, was man unter einem ‚lyrischen Ich‘ und einem ‚Enjambement‘ versteht.

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Was ist ein Haufenreim?

Der Haufenreim ist ein Reimschema, bei dem sich ein einzelner Reim mindestens dreimal wiederholt. Die Reime folgen hier also dem Muster: aaa-…

Haufenreime finden sich z. B. in dem Gedicht „Die Einzige“ (1804) von Karoline von Günderrode. Hier ist die erste Strophe des Gedichts:

Wie ist ganz mein Sinn befangen,   (a)
Einer, Einer anzuhangen;   (a)
Diese Eine zu umpfangen   (a)
Treibt mich einzig nur Verlangen;   (a)
Freude kann mir nur gewähren,   (b)
Heimlich diesen Wunsch zu nähren,   (b)
Mich in Träumen zu bethören,   (b)
Mich in Sehnen zu verzehren,   (b)
Was mich tödtet zu gebähren.   (b)

Weitere Reimschemas, die du für eine Gedichtanalyse kennen solltest, sind:

Auf unserem Blog erfährst du außerdem, was man unter einem ‚Binnenreim‘ und einem ‚unreinen Reim‘ versteht.

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In welcher Zeitform schreibt man eine Gedichtanalyse?

Eine Gedichtanalyse schreibt man grundsätzlich im Präsens, also in der Gegenwartsform.

Richtig heißt es also z. B.

  • „Das Gedicht handelt von …“

Falsch ist dagegen:

  • „Das Gedicht handelte von …“

Andere Zeitformen wie das Präteritum sind nur erlaubt, wenn sie notwendig sind, um zeitliche Abfolgen im Gedicht richtig wiederzugeben.

Tipp:

Wenn du gerade an einer Gedichtanalyse schreibst und sprachliche Fehler vermeiden willst, teste die kostenlose Rechtschreibprüfung von QuillBot.

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Wie ist der Aufbau einer Gedichtanalyse?

Ein Gedichtanalyse kannst du so aufbauen:

Einleitung:

  • Titel des Gedichts
  • Autor/Autorin
  • Erscheinungsjahr
  • Thema
  • Epoche
  • ggf. besondere Art des Gedichts (z. B. Ballade oder Sonett)

Hauptteil:

Inhaltsanalyse:

  • Kurze Zusammenfassung des Inhalts
  • Wer spricht? (lyrisches Ich bzw. lyrische Situation)

Formale Analyse:

Sprachliche Analyse:

  • Satzbau und Wortwahl
  • Stilebene
  • Stilmittel
  • Ggf. weitere Besonderheiten

Schluss:

  • Zusammenfassung der Ergebnisse
  • Falls gefordert: persönliche Stellungnahme

Tipp:

Wenn du gerade an einer Gedichtanalyse schreibst und sprachliche Fehler vermeiden willst, teste die kostenlose Rechtschreibprüfung von QuillBot.

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Was gehört alles in eine Gedichtanalyse?

In eine Gedichtanalyse gehören folgende Inhalte:

Einleitung: Titel des Gedichts; Autor/Autorin; Erscheinungsjahr; Thema; Epoche; ggf. besondere Art des Gedichts (z. B. Ballade oder Sonett)

Hauptteil:

  1. Inhaltliche Analyse: kurze Zusammenfassung des Inhalts; wer spricht? (lyrisches Ich bzw. lyrische Situation)
  2. Formale Analyse: Strophen- und Versform; Reimschema; Metrum (= Versmaß); Kadenzen
  3. Sprachliche Analyse: Satzbau und Wortwahl; Stilebene; Stilmittel; ggf. weitere Besonderheiten

Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse; falls gefordert: persönliche Stellungnahme

Im Hauptteil ist es wichtig, dass du die jeweiligen Merkmale nicht nur benennst, sondern auch ihre Wirkung bzw. ihre Funktion im Gedicht beschreibst.

Tipp:

Wenn du gerade an einer Gedichtanalyse schreibst und nach einer guten Formulierung suchst, teste den kostenlosen Textumschreiber von QuillBot.

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Was ist ein Beispiel für den Daktylus?

Ein Beispiel für den Daktylus (= Hebung–Senkung–Senkung) ist das Wort ‚Dak | ty | lus‘ selbst. Weitere Wörter mit dieser Betonung sind z. B.:

  • | ni | gin
  • wun | der | bar
  • flüs | ter | te

Wiederholt sich dieser Rhytmus in einem Vers z. B. vier Mal, ergibt sich daraus als Metrum (= Versmaß) ein vierhebiger Daktylus.

Ein Gedicht mit diesem Metrum ist „Der Sturmwind“ (1807) von Friedrich Rückert. Hier die erste Strophe:

Mächtiger, der du die Wipfel dir beugst,
Brausend von Krone zu Krone entsteigst,
Wandle du stürmender, wandle nur fort,
Reiß mir den stürmenden Busen mit fort.

Mäch | ti | ger, | der | du | die | Wip | fel | dir | beugst,
Brau | send | von | Kro | ne | zu | Kro | ne | ent | steigst,
Wand | le | du | stür | men | der, | wan | dle | nur | fort,
Reiß | mir | den | stür | men | den | Bu | sen | mit | fort.

Erklärungen und Beispiele zu den drei anderen wichtigen Versfüßen findest du in unseren Artikeln über Jambus, Trochäus und Anapäst.

Tipp:

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Wie betont man Daktylus?

Der Daktylus ist ein Versfuß, bei dem die Betonung der Silben folgendem Muster entspricht: betont–unbetont–unbetont (= Hebung–Senkung–Senkung).

Einzelne Wörter mit dieser Betonung sind z. B.:

  • | ni | gin
  • wun | der | bar
  • flüs | ter | te

    Auch das Wort ‚Daktylus‘ selbst wird wie ein Daktylus betont, nämlich:

    • Dak | ty | lus

    Wiederholt sich dieses Muster in einem Vers drei Mal, ergibt sich daraus als Metrum (= Versmaß) z. B. ein ‚dreihebiger Daktylus‘.

    Erklärungen und Beispiele zu den drei anderen wichtigen Versfüßen findest du in unseren Artikeln über Jambus, Trochäus und Anapäst.

    Tipp:

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    Was ist ein explizites lyrisches Ich?

    Von einem expliziten lyrischen Ich spricht man, wenn der Sprecher oder die Sprecherin in einem Gedicht ‚ich‘ sagt oder die Wörter ‚mein‘, ‚mir‘ oder ‚mich‘ verwendet.

    Ein Beispiel für ein Gedicht mit einem expliziten lyrischen Ich ist „Erinnerung an die Marie A.“ (1924) von Bertolt Brecht. Die erste Strophe lautet:

    An jenem Tag im blauen Mond September
    Still unter einem jungen Pflaumenbaum
    Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
    In meinem Arm wie einen golden Traum.
    Und über uns im schönen Sommerhimmel
    War eine Wolke, die ich lange sah
    Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
    Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

    Außer dem expliziten lyrischen Ich gibt es auch noch das implizite lyrische Ich, bei dem der Sprecher/die Sprecherin des Gedichts die Wörter ‚ich‘, ‚mein‘, ‚mir‘ und ‚mich‘ nicht verwendet.

    Weitere Erläuterungen und Beispiele zu beiden Arten von lyrischem Ich findest du in unserem Artikel über das lyrische Ich.

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    Was ist die Definition von lyrischem Ich?

    Das ‚lyrische Ich‘ wird meistens als der Sprecher oder die Sprecherin in einem Gedicht definiert. Statt ‚Sprecher‘ oder ‚Sprecherin‘ kann man auch ‚Sprecherinstanz‘ sagen.

    Kommen in dem Gedicht das Personalpronomen ‚ich‘, das Possesivpronomen ‚mein‘ oder die Reflexivpronomen ‚mir‘/‚mich‘ vor, spricht man von einem expliziten lyrischen Ich.

    Kommen diese Wörter nicht vor, sodass man nur indirekt aus dem Inhalt der Verse auf die Sprecherinstanz schließen kann, spricht man von einem impliziten lyrischen Ich.

    Beachte:

    Für beide Arten von lyrischem Ich gilt, dass man es nicht einfach mit dem Autor oder der Autorin gleichsetzen kann.

    Es handelt sich vielmehr um eine fiktive Person, die ein Teil der literarischen Schöpfung des Gedichts ist.

    Tipp:

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